PROGRAMM

FREITAG, 18.01.19

18.00–18.15
Einführung
18.15–19.00
Vortrag Mirjam Schaub (Philosophin)
»Deleuze, Platon, Lukrez… die Trugbilder, also«
mit anschließender Diskussion
19.45–20.30
Vortrag Drehli Robnik (Filmtheoretiker)
»Nonsens & Nonsolution: die Idee als nonending Unding
(und Politik im heutigen Genrefilm)«
mit anschließender Diskussion

SAMSTAG, 19.01.19

11.00–11.15
Einführung

11.15–12.00
Filmischer Vortrag Tom Rosenberg (Filmemacher)

»On Three Trials« (in englischer Sprache)
mit anschließender Diskussion
12.30
Mittagspause

vor 11 Monaten

Es gibt im Trugbild ein Verrückt-Werden

Ausgehend von Gilles Deleuzes frühem Text »Platon und das Trugbild«, der sich im Anhang seiner philosophischen Abhandlung Logik des Sinns von 1969 findet, fragt die Trugbildkonferenz entlang von Fiktions- und Illusionsbegriffen nach alternativen Bildrezeptionsmodellen. Unser Bilddenken wurzelt seit der Antike in der platonischen Auffassung einer hierarchischen Trennung von Idee und Bild, Abbild und Trugbild, Ikone und Simulakrum. Spätestens seit dem

vor 11 Monaten

Die Macht der Illusion zwischen Film und Welt

Die aktuelle Warnung vor manipulativen Bildern aller Art leiert. Die Vorsicht vor dem verführerischen Schein allgegenwärtiger Visualität in einer zunehmend medial vermittelten Welt hat einen antiken Bart. Schon den griechischen Philosophen Platon plagte die Angst vor dem Trugbild, dessen Verkleidungen so irreführend seien, dass Wahrheit und Schein ununterscheidbar würden. Um sich von seiner Paranoia vor dem Falschen zu kurieren, führte

vor 11 Monaten

»Deleuze will, dass das Bild sich von der Ent- bzw. Aneignung, sei es durch Erzählkonventionen oder Autorenkünstler, freispielt, und zwar dauerhaft. Also muss er die Filmgeschichte in zwei Hälften und seine Film-Ontologie in zwei Welten (zwei Bände) zerbrechen.«

Drehli Robnik, Film ohne Grund, S. 36…

vor 11 Monaten

KATHARINA JABS | A GRIN WITHOUT A CAT – THE VERY TALE

Der Film A GRIN WITHOUT A CAT – THE VERY TALE nimmt sich die Formel des Grinsens ohne Katze zum Motiv und verfolgt es durch verschiedene Szenarien, theatralische Settings und off-screen Fallen. Entlang dieser perforierten Versatzstücke wird eine elliptische Entwicklung vollzogen, so dass das Ende den Anfang und der Anfang das Ende markiert.

KATHARINA JABS ist Künstlerin und Filmemacherin. Sie

vor 11 Monaten

ANDRÉ SIEGERS | SOUVENIR

Der Film SOUVENIR basiert auf dem privaten Videoarchiv des sozialdemokratischen Stiftungsmitarbeiters und Weltreisenden Alfred Diebold, der sich und sein Leben 20 Jahre lang mit der Kamera dokumentiert hat. Der Film sucht die Wahrheit dieses Privatarchivs in den Selbstinszenierungen seines Protagonisten, in der Gewissenhaftigkeit und der Arbeit, die er auf sich nimmt, um vor der Kamera ein bestimmtes Bild von sich,

vor 11 Monaten

TOM ROSENBERG | On Three Trials

Tom Rosenberg discusses the research and development of his experimental documentary feature film THREE TRIALS, about a man tried three times for the same murder over a 30 year period. Combining a variety of cinematic techniques, including digital simulations, reenactments and documentary interviews, the film examines the overlapping epistemologies of criminal justice and the documentary medium.

TOM ROSENBERG ist Filmemacher

vor 11 Monaten

DREHLI ROBNIK | Nonsens & nonsolution: die Idee als nonending Unding (und Politik im heutigen Genrefilm)

Well it’s 1969 okay. Gilles (nicht Schiller) Deleuze legt mit seiner Logik des Sinns nichts weniger vor als eine Logik des Sinns – des Sinns als Namens-Ding, das zwischen Wort- und Sachverhalts-Serien umgehend, diese in Unruhe, aber unaufkündbarem Bezug (sprich: in Kontingenz) zueinander hält. Der Sinn ist ein etwas, verlaufend als Unding zwischen Maß und Abgrund in Sachen Politik, vorlaufend

vor 11 Monaten

»Im Platon-Essay zeigt sich, warum eine moderne, d.h. für Deleuze immer differentielle Philosophie, ihren Ausgangspunkt mit der modernen Kunst, der Literatur, der Musik teilt.«

Mirjam Schaub, Gilles Deleuze im Kino, S. 128f.…

vor 11 Monaten

Horizonterweiterung durch Zuführung von Texten

Ausgangspunkt der Trugbildkonferenz ist Deleuzes Text zu Platon und dem Trugbild im Anhang seines Buches Logik des Sinns, das 1969 im Suhrkamp Verlag erschienen ist. Bereits in diesem kurzen Text führt Deleuze einen für sein theoretisches Schaffen entscheidenden Gedanken ein: die Umkehrung des Platonismus. Um tiefer in dieses grundsätzliche Umdenken einzutauchen und seine Relevanz für die Beschäftigung mit dem

vor 11 Monaten

»Es geht um Einführung der Subversion in diese Welt, um ›Idoledämmerung‹. Das Trugbild ist kein degradiertes Abbild, es birgt eine positive Macht, die sowohl das Original wie das Abbild, das Modell wie die Reproduktion verneint.«

Gilles Deleuze, Platon und das Trugbild, S. 320…

vor 11 Monaten

MIRJAM SCHAUB | Deleuze, Platon, Lukrez… die Trugbilder, also

In jeder repräsentationalen Philosophie konkurrieren Abbilder und Trugbilder um die Gunst idealer Urbilder, so Deleuzes Diagnose. Kriterien müssen gefunden werden, um wahre Abbilder von falschen Trugbildern zu unterscheiden. Doch wie sind Teilhabe (Methexis), Nachahmung (Mimesis) und täuschende Anpassung (Mimikry) zuverlässig auseinanderzuhalten? Deleuze kehrt Platons Idealismus um, indem er aus der Ubiquität der Simulakren eine differentielle Ontologie zu entwickeln versucht. Dabei

vor 12 Monaten